Stadtverwaltung präferiert Sonnenbrillen zum Schutz der Augen

So manche Berufsgruppe bringt man fast unweigerlich mit
Sonnenbrillen in Verbindung. Denkt man an einen amerikanischen Polizisten, insbesondere an
einen Highway Polizisten, dann hat man meist jemanden mit Sonnenbrille vor dem geistigen Auge. Natürlich lässt
sich darüber streiten, ob dies der Verdienst von Hollywood oder wahrhaftig der Fall ist. Fakt ist jedoch, dass
bestimmte Berufsgruppen einen gehobenen Nutzen aus der Sonnenbrille ziehen können. Ob dieser im Einzelnen
psychologischer oder praktischer Natur ist, hängt natürlich jeweils davon ab, von welcher Berufsgruppe die Rede
ist. So ist die Vorstellung vom dominanten Highway Polizisten mit Spiegel Sonnenbrille insofern gar nicht mal so
abwegig. Man kann seinen mahnenden und wachsamen Blick nicht sehen, aber vermuten (ob berechtigt oder nicht?).
Und wenn man konfrontiert wird, dann sieht man bestenfalls sein eigenes verunsichertes Ich in den Brillengläsern
des besagten Polizisten. Insofern kann eine solche Sonnenbrille tatsächlich dazu beitragen, dass man autoritär
und selbstsicher auftreten kann.
So kann die Sonnenbrille im Beruf also weit mehr bewerkstelligen,
als vor dem Sonnenlicht zu schützen. Natürlich spielt Sonnenlicht in einem Bürojob nur eine beschränkte Rolle. Umso
überraschender war es, als man sich in der Stadtverwaltung von Wanne-Eickel eine große Lieferung an Sonnenbrillen
zukommen ließ. Der weitsichtige Chef der Stadtverwaltung, Reinhardt Beinhart, hatte dies veranlasst, da immer
mehr Mitarbeiter über ein verklemmtes Arbeitsklima berichteten. Um dem entgegenzuwirken ließ Reinhardt Beinhart nun
Sonnenbrillen im großen Stil liefern.
Die Idee kam ihm, als er einige Wochen zuvor den Film "Men in
Black" gesehen hatte. Dabei war ihm plötzlich eine blendende Idee gekommen. So könnte die Anwendung der
Sonnenbrille dazu beitragen, das verklemmte Klima an der Arbeit aufzulockern. Die Anforderungen für die
Sonnenbrille, die dies bewerkstelligen sollte, waren jene, dass sie möglichst den Blick kaschieren sollte. Es
wurden also recht ausladende Sonnenbrillen, wie man sie beispielsweise von Radfahrern kennt, notwendig.
Einige Wochen später kam dann die Lieferung. Als Chef der
Abteilung und Initiator dieser großartigen Idee gönnte sich Reinhardt Beinhart auf Kosten der Stadt gleich eine
noble Oaklay Sonnenbrille. Überhaupt übernahm die Stadt die Kosten für jede Sonnenbrille. Und
tatsächlich besserte sich das Klima an der Arbeit spürbar. Schamlos konnte sich nun jeder nicht in die Augen
sehen. Einzig und allein die jungen Praktikantinnen fühlten sich doch ein wenig unwohl, wenn gleichermaßen
kaschierte wie prüfende Blicke sie durchbohrten.
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